Buchsatz klingt nach einem trockenen Handwerk – aber wer einmal ein schlecht gesetztes Buch in Händen gehalten hat (zu eng, zu gequetscht, Texte, die bis an den Rand laufen), versteht sofort: Guter Satz ist unsichtbar. Schlechter Satz nervt auf jeder Seite.
Was ist der Satzspiegel?
Der Satzspiegel ist der Bereich der Seite, auf dem der Text steht – also die Seite abzüglich der Ränder. Er bestimmt, wie viel Text pro Seite erscheint und wie luftig oder eng das Buch wirkt. Zu enger Satzspiegel ermüdet das Auge. Zu großzügige Ränder wirken verschwenderisch und treiben die Seitenzahl in die Höhe.
Die goldene Regel der Ränder
Als Faustregel gilt: Der Bundsteg (innen) ist schmäler als der Außensteg, der Kopfsteg (oben) schmäler als der Fußsteg (unten). Diese Proportionen orientieren sich an jahrhundertelanger typografischer Erfahrung – und wirken auf den meisten Leserinnen als „natürlich“, ohne dass sie es bewusst bemerken.
Zeilenabstand und Lesbarkeit
Der Zeilenabstand (auch „Durchschuss“ genannt) beeinflusst die Lesbarkeit erheblich. Zu eng: Die Zeilen verschwimmen. Zu weit: Das Auge verliert beim Zeilenwechsel die Orientierung. 120–140 % der Schriftgröße ist ein guter Richtwert.
Hurenkinder und Schusterjungen
Diese alten Typografen-Begriffe bezeichnen einsame Zeilen am Anfang oder Ende einer Seite: Ein Schusterjunge ist die letzte Zeile eines Absatzes, die allein oben auf einer neuen Seite steht. Eine Hure ist die erste Zeile eines Absatzes, die allein unten auf einer Seite endet. Beides gilt es zu vermeiden.
Fazit
Guter Buchsatz erfordert Wissen und Erfahrung. Wenn du das Handwerk nicht selbst beherrschst, lohnt es sich, eine Buchsatzerin zu beauftragen. Dein Buch liest sich besser – und sieht professioneller aus.