In Kapitel 3 hat die Figur braune Augen. In Kapitel 17 plötzlich grüne. Ihr Auto ist ein roter Golf – bis es auf einmal blau ist. Solche Inkonsistenzen passieren jedem. Aber sie reißen die Leserin aus der Geschichte und erschüttern das Vertrauen in die Autorin. Konsistenz ist unsichtbar, wenn sie stimmt – und deutlich sichtbar, wenn sie fehlt.
Welche Arten von Inkonsistenzen es gibt
Faktische Inkonsistenzen: falsche Augenfarbe, falscher Name, widersprüchliche Altersangaben. Zeitliche Inkonsistenzen: Es ist Dienstag – und drei Seiten später schon Montag. Charakterliche Inkonsistenzen: Eine Figur verhält sich plötzlich anders, ohne dass der Text erklärt warum.
Wie du Konsistenz sicherstellst
Führe eine Charakterliste: Name, Alter, Äußerlichkeiten, wichtige Details. Eine Zeitlinie für deine Geschichte. Eine Liste wiederkehrender Orte und ihrer Merkmale. Das klingt bürokratisch – aber es rettet dich vor peinlichen Fehlern.
Die Überarbeitungsrunde für Konsistenz
Plane eine dedizierte Überarbeitungsrunde, die nur der Konsistenz gilt. Lies das Manuskript mit einem spezifischen Fokus: nur auf Namen achten, nur auf die Zeitlinie, nur auf charakterliche Entscheidungen. Gezielte Suche findet mehr als ein allgemeines Lesen.
Was ein Lektorat hier leistet
Eine externe Lektorin liest mit dem frischen Blick der Leserin – und bemerkt Inkonsistenzen, die du nach dem zehnten Durchlesen längst nicht mehr siehst. Das ist einer der wertvollsten Beiträge eines professionellen Lektorats.
Fazit
Konsistenz ist kein glamouröser Teil des Schreibens. Aber sie ist das Fundament, auf dem Glaubwürdigkeit entsteht. Und Glaubwürdigkeit ist der Grund, warum eine Leserin deiner Geschichte vertraut.