Nicht jede Anfrage führt zu einem Vertrag. Manchmal sage ich nein – und das ist nicht immer einfach. In diesem Beitrag möchte ich ehrlich erklären, warum das passiert, und was es für Autorinnen bedeutet, wenn eine Lektorin ablehnt.
Kapazität und Zeitplanung
Der häufigste Grund für eine Absage ist schlicht: Ich bin ausgebucht. Gute Lektorinnen haben in der Regel eine Warteliste. Das bedeutet nicht, dass dein Manuskript abgelehnt wird – sondern dass der Zeitpunkt nicht passt. Frag nach, ob du auf eine Warteliste kommen kannst.
Nicht das richtige Fit
Lektorinnen haben Stärken und Schwerpunkte. Ich arbeite am liebsten und besten mit Belletristik, und hier besonders mit literarischem Schreiben, Liebesromanen und Familiengeschichten. Wenn jemand mit einem Hard-Science-Fiction-Manuskript zu mir kommt, empfehle ich lieber jemanden, der dieses Genre tief kennt.
Wenn das Manuskript noch nicht bereit ist
Manchmal sage ich auch, dass ein Manuskript noch nicht für ein Lektorat bereit ist. Das sage ich nicht, um zu verletzen – sondern weil ein Lektorat erst dann wirklich nützt, wenn die grobe Überarbeitung bereits abgeschlossen ist. Ein Manuskript ins Lektorat zu geben, das noch fundamentale strukturelle Probleme hat, wäre eine teure Fehlinvestition.
Was eine Absage nicht bedeutet
Eine Absage bedeutet nicht, dass dein Buch schlecht ist. Sie bedeutet nicht, dass es nie veröffentlicht werden sollte. Sie bedeutet meistens: Dieser Zeitpunkt, diese Person, dieses Projekt – das passt gerade nicht zusammen.
Fazit
Eine Absage ist kein Urteil über dich als Autorin. Frag nach dem Grund, wenn du kannst. Und mach weiter.